Neue Wege

April 17, 2019

An diesem Beitrag saß ich eine gefühlte Ewigkeit, es ist echt nicht einfach die richtigen Worte für meine Gedanken und Gefühle zu finden.
Vielleicht kann nicht jeder nachempfinden, was ich wie und warum entschieden habe, aber das hier ist mein Weg, unser Weg.

Im September 2018 kam Samba lahmend von der Koppel - Diagnose: Zerrung des Fesselträgerursprungs.

Da die Verletzung Gott sei Dank nur geringgradig war, wurden uns 8 Wochen Schritt verschrieben, die wir auf 12 ausweiteten,

um nichts zu riskieren. Samba lief in dieser Zeit ganz normal mit auf der Wiese, zur Vorsicht haben wir ihn aber aus der Herde genommen und gemeinsam mit seinem besten Kumpel separiert. Nach den erste Wochen haben wir unsere Ausritte langsam auf bis zu 2 Stunden gesteigert, um durch den flotten Schritt Beweglichkeit, Muskulatur und weitgehend auch Kondition zu erhalten.

Bei der Nachkontrolle im Dezember erhielten wir grünes Licht fürs Aufbautraining. So richtig angefangen haben wir dann aber erst im Januar, weil er sich im Dezember dann noch das Spunggelenk angehauen hat.

 

Es hätte nicht besser laufen können, Samba war fit und motiviert, so dass wir schnell wieder auf unserem alten Stand waren. 

 

Während Samba das Training sichtlich Spaß gemacht hat, kreisten meine Gedanken immer wieder darum,

ob es ihn überfordern könnte - wenn irgendetwas anders war als sonst rutschte mir mein Herz jedes mal fast in die Hose. Die anfängliche Euphorie schlug immer öfter in Ängste und Bedenken um.

 

Sicher auch ein Grund, weshalb ich in den vergangenen Monaten wenig geschrieben habe.

 

Ich war mir einfach in vielen Dingen so unsicher

wie noch nie, das passte eigentlich gar nicht zu mir!

 

 

 

Bei einer solchen Verletzung bedarf es an Veränderungen. Begonnen mit einem Schmiedwechsel und noch längeren Aufwärmphasen.
Aber das reichte mir einfach nicht, ich wollte für Samba noch bessere Bedingungen.
Was die Trainingsmöglichkeiten anbelangt, als auch die Haltung. Und ein neuer Stall, erhoffte ich mir, bringt mich auch endlich etwas weg

von meinen ständigen Zweifeln an Sambas Gesundheit.

An sich ist unser alter Stall top, Samba ging es dort gut und die genauen Gründe werde ich hier auch nicht erläutern.

Wichtig ist nur, dass es UNS jetzt noch besser geht und sein bester Kumpel sogar mit uns gekommen ist.

Ende Februar hieß es also für uns Abschied nehmen.


Hier haben wir tolle Vorraussetzungen, in einer kleinen privaten Stallgemeinschaft mit gerade einmal 12 Pferden.

 

Die Ruhe tut uns beiden gut, ein großer Stall mit über 40 Pferden ist eben doch etwas anderes.

Aktuell steht Samba also nach wie vor in einer Paddockbox und verbringt den ganzen Tag, Sommer wie Winter, auf der Koppel.

Langfristig würden wir gern 2 Boxen verbinden, so dass die Jungs auch nachts auf größerer Fläche beieinander sein können.

Durch den gemeinsamen Wechsel mit seinem pferdigen Freund verlief alles absolut entspannt und wir genossen das tolle Wetter -

beim Training und die Pferde vor allem auf der Koppel.

 

 

Mit dem Beginn meiner Klausurenphase hab ich Samba nochmal komplett frei gegeben.
Ich habe das Pensum für die Prüfungen einfach unterschätzt und hatte dann einiges aufzuholen.
Außerdem hatte ich weiterhin das Gefühl, dass er konditionell zwar wieder voll dabei ist - aber  Sehnen & Bänder einfach noch länger brauchen, um sich an die vermehrte Belastung zu gewöhnen.
Direkt im Anschluss an die letzte Klausur war ich jetzt noch mit meiner Familie im Urlaub, so dass er insgesamt knapp 4 Wochen quasi

pausiert hat - denn neben Koppel und ab und zu Ausreiten haben wir nicht viel gemacht.



Und das hat mir unglaublich gut getan. Ich denke, wir werden das nun noch etwas so fortführen, bis mein Gefühl mir sagt,

dass es wieder mehr sein darf.
Während der Schritt-Zeit im letzten Jahr war ich so unheimlich motiviert, habe der Turniersaison & dem richtigen Training

so entgegengefiebert - und heute, wo wir eigentlich durchstarten könnten, habe ich andere Dinge im Kopf.

Wir haben alle Zeit der Welt und momentan bin ich einfach nur dankbar für die gemeinsame Zeit.

Mein Bauchgefühl wird über die nächsten Schritte entscheiden & alles Weitere kommt dann von ganz allein. 

 

 

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Perfektion ist, wenn man sein Pferd besser kennt als sich selbst.