Im Winter ein anderes Pferd?

December 10, 2017

In diesem Beitrag soll es  um ein für mich sehr interessantes Thema gehen: Pferde im Winter.

Es wird kälter draußen, die Pferde sind auf die Paddocks umgezogen und um 16 Uhr ist es stockdunkel. So sieht der Winter in Deutschland aus und neben den wenigen Tagen mit Schnee könnte ich auf die nass-kalte Jahreszeit auch gut verzichten - aber damit bin ich sicher nicht allein :p 

Mit Eintreten der Kälte sind viele Pferde etwas feuriger. Sie können sich auf den Paddocks nicht mehr so austoben wie auf den riesigen Koppeln, viele sind geschoren, wodurch der kalte Wind noch unangenehmer werden kann.

Klar, dass sie kerniger sind.

Samba scheint dieses Phänomen sehr zu spüren, so dass ein Spaziergang im Winter niemals mit den gelassenen Strandritten am Halsring von vor zwei Monaten zu vergleichen wären.

Zwei Sekunden runter vom Hof und ich spüre ihn neben mir freudig quiekend den Kopf umherschleudern. Einen Moment später zeigt er am Halfter die schönsten Piaffen oder hebt auch kurz mal ab – das Ganze jedoch IMMER am durchhängenden Strick, stets mit einem Ohr bei mir und niemals kommt er mir dabei zu Nahe.

Jeder der ihn kennt beschreibt ihn als „besonders“, Quatschkopf oder Ähnliches.


In all den Jahren mit Pferden um mich herum habe ich noch nie ein so charakterstarkes, bewegungsfreudiges aber auch sehr dominantes Pferd wie Samba kennen gelernt.
Mittlerweile kenne ich ihn so gut und kann mir mein Grinsen bei unseren winterlichen Ausflügen oft nicht verkneifen, denn wir beide wissen ganz genau, dass er sich bei keinem seiner ständigen „Ausfälle“ wirklich erschrocken hat – denn wenn es wirklich mal gruselig wird steht die Kiste und es werden nur die Augen größer.

Manchmal frage ich mich, ist er einfach nur unerzogen? Aber eigentlich weiß ich, dass ich da immer sehr konsequent bin, wie oft habe ich seine Sperenzchen früher unterbunden aber das hat er nie verstanden.


Er bleibt stehen, wenn ich es tue. Er wartet, wenn ich es tue. Er hält Abstand und überholt mich nie. 


Hätte ich Kopfhörer auf, würde ich seine Spielereien vielleicht gar nicht mitbekommen.
Mittlerweile kann ich darüber lachen, freue mich über seine positiven Energien, den Spaß an der Bewegung.
Zwar ist es manchmal störend, wenn wir nicht alleine unterwegs sind aber das macht nichts – ich bin froh, wenn er es ist.
Denn ich bin ihm für so vieles dankbar, was er für mich und mit mir getan hat, dass ich ihn für so etwas einfach nicht mehr „strafen“ will. Warum auch?

Schließlich stört er mich damit nicht, sondern zaubert mir mit seinen merkwürdigen Bewegungen und Geräuschen am durchhängenden Strick immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Er ist mit seiner Art einfach besonders, das Beilspiel Winter ist nur eines von vielen.
Über die Jahre kenne ich ihn nun so gut und trotzdem finde ich es immer wieder wahnsinnig faszinierend, wie viele „Gesichter“ er hat.

 

Er mag noch so viele Flausen im Kopf haben – wenn es darauf ankommt gibt er für mich immer 110%
Und von diesen 110% drücke ich für die 10 zu viel gern ein Auge zu und lache über seine „Ausfälle“.

 

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Perfektion ist, wenn man sein Pferd besser kennt als sich selbst.